Belgrade 2.0




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Seltsames
Posted 2006-12-06 14:52 under by Viktor Marković / 1 comments
Belgrads versteckte Cafés und Klubs
Vielleicht hat euch jemand erzählt, dass Belgrad eine Stadt ist, die nie schläft, aber wenn ihr hier ankommt, denkt ihr euch: „Die haben mich belogen. Wo sind all die Leute zwischen zwei und sechs Uhr morgens?“ Des Rätsels Lösung: Sie sind wach, aber sie verstecken sich vor euch an geheimen Orten. Da es recht langweilig ist, alles zu wissen, werden wir euch auch nur die Existenz dieser versteckten Belgrader Klubs bestätigen. Okay, wir nennen euch auch ihre Namen: DžKC, Club Mama, Ben Akiba, Trn… Eure Mission ist es, sie zu finden und wach zu bleiben.
Musik und Filme zu Spottpreisen
Jeden Sonntag von 9.00 bis 13.00 Uhr gibt es vor dem Studentenkulturzentrum (SKC) einen kleinen Musikmarkt, wo Schallplatten, CDs und Kassetten verkauft werden.
Studentenkulturzentrum an der Ecke der Straßen Resavska und Srpskih Vladara (Kralja Milana).
Natürlich ist es schwer, sonntags so früh aufzustehen, aber für dieses Ereignis könnt ihr ruhig ein paar Stunden eures Schönheitsschlafes opfern. Es lohnt sich. Hier bekommt ihr wirklich gute Ware zu Dumpingpreisen. Neben alten und gebrauchten Originalen gibt es eine Menge gebrannter CDs mit den neuesten mp3s und Filmen (einige davon noch in der Post-Production-Phase) zu lachhaft niedrigen Preisen.
Der Ort, an dem der Erste Weltkrieg begann?
Das ist die Geschichte: Eine Gruppe nationalistischer, vorwiegend bosnischer Serben mit dem Namen „Mlada Bosna“ (Junges Bosnien) war unzufrieden damit, dass Bosnien vom Österreichisch-Ungarischen Reich annektiert wurde, und beschloss, den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand während seines Besuchs in Sarajewo zu ermorden. Unterstützt von der serbischen Geheimorganisation „Crna Ruka“ (Schwarze Hand) setzten sie am 28. Juni 1914 nach einer Reihe von seltsamen und unglücklichen Zufällen ihren Plan in die Tat um und lösten damit ungewollt eine Kette von Ereignissen aus, die zu den größten bewaffneten Konflikten der Geschichte führen sollten, dem Ersten Weltkrieg.
Das Café „Zlatna Moruna“ ist heute ein Wettbüro.
Vor dem Attentat hielten die Revolutionäre im Café „Zlatna Moruna“ (Narodnog Fronta 2) geheime Treffen ab, um Pläne zu schmieden und die Ermordung des Prinzen vorzubereiten.
Selbst in Belgrad wissen davon nur wenige Leute. Nur eine kleine Tafel erinnert daran, was sich an diesem Ort abspielte, bevor aus dem Café ein Wettbüro wurde. Das zeigt recht deutlich, welche Bedeutung die serbische Obrigkeit wichtigen historischen Monumenten beimisst. Aber vielleicht war der Erste Weltkrieg ja gar kein so wichtiges Ereignis? Ähm…
Hier ist ein interessanter Link zum Attentat.
Der Belgrader Untergrund
Wir haben zwar keine U-Bahn, aber das bedeutet noch lange nicht, dass unter der Stadt nichts los ist. Über Jahrhunderte hinweg ließen die Regierenden von Belgrad unter der Stadt Tunnel und Gewölbe anlegen, die als Versteck, Lager für Nahrungsmittel und Fluchtwege genutzt wurden oder durch den Abbau von Steinen entstanden, die für den Bau von Gebäuden in der Stadt benötigt wurden.
Dieses unterirdische Höhlensystem ist noch immer nicht vollständig erforscht, und verschiedene Legenden besagen, dass es unter der Stadt ein ganzes Tunnelsystem gibt, das selbst weit voneinander entfernt liegende Teile der Stadt miteinander verbindet. Wenn ihr Glück habt und hartnäckig genug seid, findet ihr vielleicht einen Führer, der euch ein paar dieser Gewölbe und Tunnel zeigen und euch die Geschichte der unterirdischen Stadt erzählen kann. Falls ihr niemanden findet, schreibt uns eine Mail, und wir werden sehen, was wir für euch tun können.
Die Gewölbe und Tunnel unter der Stadt Belgrad sind noch immer nicht vollständig erforscht.
Turbo-Folk-Klubs
Anfang der neunziger Jahre wurde in Serbien eine neue Musikart geboren. Durch die Mischung von traditioneller serbischer Volksmusik und moderner westlicher Techno-Musik entstand aus zwei guten Dingen ein monströser Mix: Turbofolk. In Ermangelung anderer serbischer Markenzeichen behaupten einige Leute, dieses Genre weise die nötigen Merkmale auf, um als Essenz alles Serbischen zu gelten. Vielleicht ist das so, aber Turbofolk repräsentiert keinesfalls die guten Seiten Serbiens. Die Musik (wenn man es so nennen will) wird hier jedenfalls nicht beschrieben, denn das ist erstens unmöglich, zweitens Platzverschwendung und drittens könnt ihr sie euch selbst anhören. Hier findet ihr eine Auswahl von Klubs und Cafés, wo ihr Leute treffen könnt, die sich hartnäckig der Evolution widersetzen, Geschäftsmänner, die denken, es gäbe nichts Kultivierteres, und Frauen, die jemanden suchen, der sie aushält. Falls ihr dort einen Streit vom Zaun brechen wollt, solltet ihr eure Pistole parat haben.
Das Erbe des Kommunismus
Wenn ihr denkt, dass die Kommunisten ja eigentlich recht gute Ideen hatten, nur leider eben auf dem falschen Planeten, dann herzlichen willkommen in Belgrad, Genossen! Und falls ihr einfach nur neugierig seid oder euch dieser Teil unserer Geschichte völlig egal ist… Auch dann, herzlich willkommen, Freunde!
Die Überbleibsel vergangener und heute schon fast vergessener Zeiten sind überall: Gebäude, die nicht schön sind, dafür aber für die Ewigkeit gebaut wurden. Und es sieht ganz so aus, als hätte man hier gute Arbeit geleistet. Denn Abrissversuche, die hin und wieder gestartet werden, sind nie wirklich erfolgreich. Die Serben sind bekannt dafür, dass sie alles anders machen als der Rest der Welt, und genauso war es auch mit dem Kommunismus, dem sie einfach eine Prise reinen Kapitalismus hinzufügten. Und darum hielt der Kommunismus hier länger als anderswo, mit Ausnahme von China, Kuba und einigen anderen Ländern, die offenbar noch weitere geheime Zutaten kannten. Während also der Rest der Welt – und mit ihm auch Genosse Stalin – gespannt zuschaute, gelang es den Jugoslawen irgendwie, in ihrem surrealen Land glücklich vor sich hin zu leben. Wie die Bürgerkriege der vergangenen Jahre und die enormen Auslandsschulden beweisen, war der Preis dafür jedoch sehr hoch. Alles, was uns heute bleibt, sind die Gebäude und Denkmäler jener Zeit, die uns daran erinnern, wie es einmal war, und uns mahnen, doch vielleicht eine Lehre daraus zu ziehen. Das Problem ist nur, dass viele Leute, die sich an den Kommunismus erinnern, behaupten, damals wäre alles besser gewesen. Andere wiederum behaupten genau das Gegenteil. Findet selbst raus, wer Recht hat, und zwar schnell. Denn zu diesem Thema solltet ihr besser eine Meinung parat haben.
Neu Belgrad wurde zwischen den späten vierziger und frühen achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf einem trockengelegten Sumpfgebiet im Westen Belgrads errichtet und ist möglicherweise die größte mit hohen, grauen und hässlichen Gebäuden bebaute Fläche Europas.
Yugo
„Zumindest hatte er eine beheizte Heckscheibe, sodass die Hände beim Schieben warm blieben.” – Das Zitat eines zufriedenen Yugo-Besitzers (gefunden auf der Website cartalk.com, die den Yugo offiziell zum schlechtesten Auto des Jahrtausends gekürt hat). Warum also gibt es so viele davon auf den Straßen von Belgrad? Weil sie billig sind. Allerdings ist die Instandhaltung des Fahrzeugs manchmal viel teurer als das Auto selbst.
Produziert wird der Yugo in Kragujevac, einer Stadt circa 150 km südlich von Belgrad. Die Jahresproduktion beläuft sich auf 1000 Stück, und das ist gut so. Denn je weniger Yugos auf den Straßen unterwegs sind, umso besser. Weltweit gefährden heute circa 750.000 dieser technischen Wunderwerke den Straßenverkehr. Die meisten davon in Serbien und – natürlich – in Belgrad. Viele junge Leute hier fahren Yugo, weil er billig ist und weil man alle möglichen Umbauten und Veränderungen an ihm vornehmen kann. Nicht dass dies viel helfen würde.
Zu den Yugo-Modelle gehören der Yugo 45, Yugo 55, Yugo 65, Yugo Koral, Yugo Tempo, Yugo Cabrio usw. Alle sehen gleich aus und keiner weiß wirklich, worin der Unterschied zwischen den einzelnen Modellen besteht. Das erste Modell kam 1981 auf den Markt und bis heute hat sich am Design nichts verändert. Zumindest ist der Hersteller also konsequent. Es ist schwer zu sagen, ob das Design dieses Fahrzeugs jemals als modern und formschön galt.
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suzicute on 15/11/07 01:39 PM
aslo : DžKC gibt es leider nicht mehr den Laden haben die Bagger vor mehr als ein Jahr platt gemacht ! leider leider !
Ben Akiba ist auch geschlossen das war in einem wohnhaus in der Innenstadt man musste einer Tuer klingeln und dann wurde manchmal die Tuer aufgemacht! War sehr nett aber gibt es auch nicht mehr soll wohl an eine andere stelle neu eroeffnen?!
Und mama naja naja da muss man schon sehr sehr sehr voll sein und ganz freuh morgens hin gehen dann kann man das vieleicht gut finden! dafuer ist der provetarac?! ein splav und das idiot und das bigs ganz gut! naja es gibt sehr sehr viele moeglichkeiten zum ausgehen in Belgrad aber man muss schon einheimische kennen um die richtig coolen laeden zusehen! viel spass